17.09.2019

Thüringen erhält 150 Millionen Euro vom Bund für Spitzenforschung

Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee freut sich über die heute bekanntgegebene Förderzusage des Bundes über 150 Millionen Euro für das neue „Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung“ (LPI) in Jena: „Das ist eine besondere Auszeichnung für den Forschungsstandort Thüringen“, sagte Tiefensee. „Damit ist es innerhalb kürzester Zeit erneut gelungen, ein Großprojekt der Spitzenforschung ins Land zu holen.“ Er gratuliere allen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu diesem Erfolg. Ausschlaggebend dafür sei nicht zuletzt die enge Zusammenarbeit von außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Universität gewesen.

Ziel des LPI ist die Entwicklung und Nutzung von photonischen Technologien für eine bessere Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten. Im Vordergrund steht dabei der Anspruch, Forschungsansätze und Lösungen schneller in diagnostische Geräte und medizinische Behandlungsmethoden zu überführen. Der Wissenschaftsrat hatte in seiner Stellungnahme zum Thüringer Projektvorschlag die Verbindung photonischer Technologien mit der klinischen Anwendung als „einzigartig“ eingestuft. Das LPI könne „die Pathogendiagnostik weltweit revolutionieren“ und biete ein „enormes Potenzial für die Entwicklung neuartiger Technologien, neuer Sensoren und Messtechniken sowie neuer Leitstrukturen.“

Die Förderung des LPI erfolgt im Rahmen der „Nationalen Roadmap für Forschungsinfrastrukturen“, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2015 zum Aufbau und langfristigen Finanzierung großer Forschungsinfrastrukturen aufgelegt hatte. Die Aufbaukosten für die Vorhaben, die im Rahmen der Roadmap realisiert werden sollen, betragen jeweils über 50 Millionen Euro. Bereits im Jahr 2016 waren bundesweit mehr als 20 Anträge für dieses Förderprogramm eingereicht und bis 2018 in einem mehrstufigen Verfahren u.a. durch den Wissenschaftsrat begutachtet worden. Der Thüringer Antrag zum LPI hatte sich in der letzten Phase als eines von noch elf Großprojekten durchgesetzt; in diese letzte Auswahlrunde hatte es auch noch ein zweiter Thüringer Antrag – gestellt vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena – geschafft. Letztlich wurden aber nur drei Großprojekte bundesweit zur Förderung ausgewählt.

Das erfolgreiche Thüringer Großprojekt LPI war vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (Leibniz-HKI), dem Universitätsklinikum Jena und der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter der Schirmherrschaft der Leibniz-Gemeinschaft beantragt worden. Diese Form der Zusammenarbeit sei bereits ein entscheidender Faktor auch beim Erfolg im bundesweiten Exzellenzwettbewerb Ende vergangenen Jahres gewesen, bei dem sich die Friedrich-Schiller-Universität (FSU) mit dem Exzellenzcluster „Balance of the Microverse – Gleichgewicht im Mikroversum“ in der Liga der bundesdeutschen Spitzenforschung etablieren konnte, erinnert Tiefensee.

„Beide Erfolge unterstreichen, dass sich die jahrelangen Investitionen des Landes in den Wissenschaftsstandort Jena gelohnt haben.“ So investierte das Land seit 2018 in den Aufbau des Thüringer Innovationszentrums für Medizintechnik-Lösungen (ThiMEDOP). Insgesamt 9,5 Millionen Euro aus europäischen und Landesmitteln werden dafür bereitgestellt.

„Von der Millionenförderung des Bundes geht beim LPI nun ein wichtiger Impuls aus, neue Wege in der Medizin zu gehen“, so Tiefensee. Das Land werde selbstverständlich auch seine eigenen Möglichkeiten nutzen, um das LPI zu einem europaweit einmaligen Forschungszentrum zu entwickeln. Das hatte das Wissenschaftsministerium auch in einem „Letter of Intent“ (LoI) im Antragsverfahren bereits deutlich gemacht. „Forscher aus der ganzen Welt finden hier optimale Infrastruktur, um ihre Idee zu erforschen und neue Lösungen zu finden. Ich bin mir sicher, dass dabei der in Jena gelebte Geist der Kooperation alle voranbringen kann.“

Für die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Technologie sowie zur Finanzierung der Hochschulen hat der Freistaat Thüringen allein im vergangenen Jahr mehr als 560 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Rund 73 Millionen davon investierte das Land für den Ausbau und die Weiterentwicklung der vom Land – teilweise gemeinsam mit dem Bund – dauerhaft geförderten Forschungsinstitute. Weitere 71 Millionen Euro flossen 2018 in Forschungs- und Technologieprojekte.

Mehr Informationen unter: www.leibniz-ipht.de

Pressemitteilung des TMWWDG

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