30.09.2019

Tiefensee: Thüringer Forschergruppen liefern Input für neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen

Jahrestagung in Jena zieht positive Bilanz der bisherigen Arbeit / 42 Millionen Euro für 61 Forschergruppen seit 2015

Das Thüringer Wirtschaftsministerium fördert in der laufenden Förderperiode 61 industrienahe Forschergruppen mit 42 Millionen Euro aus Landes- und ESF-Mitteln. Auf einer Jahrestagung in Jena wurde heute eine positive Zwischenbilanz der teilweise seit 2015 laufenden Projekte gezogen. Als „vollen Erfolg“ wertet Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee das im Jahr 2011 eingeführte Förderprogramm. „Aufgabe der Forschergruppen ist es, den kleinen und mittelständischen Thüringer Unternehmen innovatives Know-how zur Verfügung zu stellen“, so der Minister. Es gehe darum, gute Ideen und Forschungsansätze schnell in innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu überführen. „Dazu leisten die Forschergruppen einen wichtigen Beitrag.“

Als Forschergruppen werden Teams aus drei bis sechs wissenschaftlichen und technischen Mitarbeitern definiert, die gemeinsam an einem konkreten Projekt mit Industriebezug forschen. Ziel der Förderung ist es, das Forschungsthema zur Marktreife zu führen. Es muss von der Industrie im Freistaat genutzt werden können. „Forschung darf nicht im Elfenbeinturm stattfinden“, sagte Tiefensee. „Sie muss in aktuelle technologische Entwicklungen eingebunden sein und sich auf dem Markt durchsetzen können.“ So könne Thüringen seinen Ruf als  Kompetenzstandort ausbauen. Die Forschergruppen-Förderung sei Teil der Innovationsstrategie des Landes, die darauf abziele, industrienahe Forschungsbereiche gezielt zu fördern. „Das Programm ist aber zugleich auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung, weil es Perspektiven für hochqualifizierten Forschernachwuchs bietet, den wir in Zeiten drohenden Fachkräftemangels in Thüringen halten oder für Thüringen gewinnen müssen“, sagte der Wirtschaftsminister.

Die derzeit aktiven Forschergruppen sind in insgesamt vier Bewerbungsrunden ausgewählt worden, eine fünfte Runde steht kurz vor dem Abschluss. Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Produktionstechnik, Messtechnik und Photonik, Life Sciences, neue Energietechnologien, Materialforschung und ‑bearbeitung.

Beispiele für aktuelle Forschergruppen:

  • Die FH Nordhausen forscht an der Steigerung der Energieausbeute von Solarmodulen und an besseren Recyclingmethoden.

  • Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) erarbeitet Methoden für ein besseres räumliches Hören und Sprachverstehen mit Hörimplantaten.

  • Die Bauhaus-Universität Weimar entwickelt digitale Methoden für die Revitalisierung von Stadtquartieren.

  • Die Thüringer Landessternwarte Tautenburg untersucht weltraumtaugliche Verfahren zum Zusammenbau optischer Baugruppen.

  • Am „Thüringer Innovationszentrum für Quantenoptik“ widmet sich eine Forschergruppe Fragen der quantenoptischen Bildgebung.

  • Das „Thüringer Innovationszentrum für Mobilität“ (ThIMO) in Ilmenau entwickelt neuartige Motorenkonzepte auf der Basis von neuen Faserverbundwerkstoffen.

  • Am Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) beschäftigt sich eine Forschergruppe mit dem 3D-Druck komplexer Körper aus Zellulose.

  • Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) erforscht neue Ansätze zur 3D-Erfassung von komplexen Objekten mittels Wärmebildprojektion für ein besseres Roboterhandling

Angesichts der großen Resonanz und der bisherigen Ergebnisse soll das Förderprogramm für Forschergruppen über das Jahr 2020 hinaus auch in der kommenden Förderperiode fortgesetzt werden. Deshalb ist vorgesehen, es in die Programmplanung für die nächste EU-Förderperiode (ab 2021) einzubeziehen.

Hintergrund:

Das Förderprogramm für Forschergruppen ist Bestandteil der „Richtlinie zur Förderung von Personal in Forschung und Entwicklung“ und wurde Anfang 2011 eingeführt. Gefördert werden Forschungseinrichtungen, an denen die Projektteams arbeiten. Förderfähig sind Personal- und Sachausgaben für die Dauer von maximal drei Jahren. Die Höhe der Förderung kann bis zu 100 Prozent betragen.Weitere Fördermöglichkeiten im Rahmen der genannten Förderrichtlinie sind hier z.B. das Thüringen-Stipendium, Personalausgaben für Innovationsassistenten, die Anschubfinanzierung von Kooperations- oder Netzwerkbeziehungen oder die Ausleihe bzw. Entsendung von FuE-Personal.

Pressemitteilung des TMWWDG

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